Fellpflege Guide

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Im Hundesalon merken wir jeden Tag, dass viele Hundebesitzer unsicher sind, wenn es um Fellpflege geht. Welche Bürste ist die richtige? Wie oft muss man bürsten? Und welches Shampoo ist überhaupt sinnvoll?

Fellpflege beim Hund – so machst du es richtig

Die meisten Probleme entstehen nicht, weil sich Menschen nicht kümmern – sondern weil sie schlicht nicht wissen, was für ihren Hund wirklich passt. Jeder Felltyp ist anders und braucht andere Pflege.

Mit diesem kleinen Guide möchten wir dir helfen, das Fell deines Hundes besser zu verstehen. Kein kompliziertes Fachbuch, sondern praktische Tipps aus dem Salonalltag.

Warum Fellpflege so wichtig ist

Regelmäßige Pflege sorgt dafür, dass:

  • Verfilzungen verhindert werden
  • lose Unterwolle entfernt wird
  • die Haut gesund bleibt
  • Parasiten schneller entdeckt werden
  • der Hund sich wohler fühlt

Außerdem stärkt Fellpflege auch die Bindung zwischen Hund und Mensch.

Die wichtigsten Felltypen

Nicht jeder Hund hat das gleiche Fell. Man kann Hunde grob in verschiedene Felltypen einteilen:

  • Kurzhaar
  • Langhaar
  • Doppelfell (Unterwolle)
  • Lockenfell
  • Rauhaar / Trimmfell
  • Fell ohne Unterwolle

Je nach Felltyp unterscheiden sich Bürsten, Pflege und auch die Frage, ob ein regelmäßiger Friseurtermin sinnvoll ist.

1 KURZHAAR

Viele denken bei Kurzhaarhunden: „Der braucht doch keine Fellpflege.“ Ganz stimmt das nicht. Kurzhaarhunde verlieren oft sehr viele kleine Haare und profitieren ebenfalls vom Bürsten.

Pflege:
etwa 1–2 mal pro Woche bürsten während des Fellwechsels öfter

Baden sollte nur bei Bedarf erfolgen.

2 LANGHAAR

Langhaarige Hunde neigen schneller zu Verfilzungen – besonders an:
Ohren, Achseln, Bauch, Hinterbeinen

Pflege:
möglichst alle ein bis zwei Tage bürsten
Beim Bürsten immer schichtweise arbeiten und sich Zeit nehmen.
Ein Conditioner hilft, das Fell leichter kämmbar zu machen.

3 HUNDE MIT UNTERWOLLE (DOPPELFELL)

Diese Hunde besitzen zwei Fellschichten:
Deckhaar und Unterwolle

Pflege:
regelmäßig gründlich ausbürsten im Fellwechsel deutlich häufiger.

Wichtig: Dieses Fell sollte in der Regel nicht geschoren werden, da es auch als Temperaturausgleich dient.

4 LOCKENFELL

Lockiges Fell wächst dauerhaft weiter und verfilzt sehr schnell. Diese Hunde brauchen regelmäßige Fellpflege und auch professionelle Schnitte.

Pflege:
mehrmals pro Woche bürsten.

Friseurtermin etwa alle 6–8 Wochen sinnvoll

5 RAUHAAR / TRIMMFELL

Dieses Fell wird nicht geschoren, sondern getrimmt. Dabei wird abgestorbenes Fell entfernt.

Pflege:
Regelmäßig bürsten.
etwa alle 8–12 Wochen zum Trimmen

6 FELL OHNE UNTERWOLLE

Dieses Fell ähnelt eher menschlichem Haar und wächst ständig.

Pflege:
möglichst täglich bürsten.
Friseurtermin meist alle 4–8 Wochen sinnvoll

HÄUFIGE FRAGEN AUS DEM SALONALLTAG

Im Hundesalon hören wir immer wieder ähnliche Fragen oder erleben Missverständnisse rund um Fellpflege. Viele davon sind völlig verständlich – schließlich kennt sich nicht jeder automatisch mit Felltypen aus.

„Im Sommer kann man doch einfach alles abscheren, oder ?“
Das hören wir tatsächlich sehr oft. Viele Hundebesitzer möchten ihrem Hund bei warmem Wetter etwas Gutes tun und denken, ein komplett kurzes Fell wäre angenehmer.
Bei manchen Felltypen ist das aber keine gute Idee.

Hunde mit sogenanntem Doppelfell (z.B. Schäferhund, Husky, Australian Shepherd) besitzen zwei Fellschichten:

Deckhaar
Unterwolle

Dieses Fell funktioniert wie eine natürliche Klimaanlage. Es schützt sowohl vor Kälte als auch vor Hitze.

Wenn dieses Fell komplett geschoren wird, kann es passieren, dass:

– das Fell ungleichmäßig nachwächst
– die Fellstruktur sich verändert
– der Hund sogar schlechter vor Hitze geschützt ist

Bei diesen Hunden ist es meist sinnvoller:

– Unterwolle gründlich auszubürsten
– lose Haare zu entfernen

anstatt das Fell komplett abzuscheren.


Scheren oder Trimmen – was ist der Unterschied?
Ein weiterer Punkt, der oft für Verwirrung sorgt, ist der Unterschied zwischen Scheren und Trimmen.

Scheren bedeutet: Das Fell wird mit einer Schermaschine gekürzt.

Trimmen bedeutet: Abgestorbenes Fell wird von Hand oder mit speziellen Werkzeugen entfernt.

Rauhaarige Hunde wie z.B. Schnauzer oder viele Terrier sollten getrimmt und nicht geschoren werden. Beim Trimmen wird das alte Fell entfernt, damit neues gesund nachwachsen kann.


„Der haart nicht – perfekt!“
Auch das hören wir sehr oft. Viele Menschen freuen sich über Hunde, die wenig oder gar nicht haaren. Was viele aber nicht wissen: Gerade diese Hunde brauchen besonders viel Fellpflege.

Beispiele dafür sind:
Pudel, Doodle Rassen, Malteser, Shih Tzu

Das Fell wächst ständig weiter und fällt nicht einfach aus. Dadurch kann es schnell zu Verfilzungen kommen, wenn nicht regelmäßig gebürstet wird.


Warum Verfilzungen ein echtes Problem sind
Verfilzungen sind nicht nur ein optisches Problem. Sie können für Hunde sehr unangenehm oder sogar schmerzhaft sein. Wenn Fell stark verfilzt ist, zieht es ständig an der Haut. Außerdem kann die Haut darunter nicht mehr richtig atmen.

Im schlimmsten Fall können sich darunter sogar Hautentzündungen entwickeln.

Regelmäßiges Bürsten und passende Pflege helfen dabei, solche Situationen zu vermeiden.

Ein paar Dinge sehen wir im Salon immer wieder:

  • zu selten bürsten
  • falsche Bürste benutzen
  • Verfilzungen zu lange ignorieren
  • falsches Shampoo verwenden

    Verfilzungen sind nicht nur unschön – sie können für Hunde auch schmerzhaft sein.

VORBEREITUNG AUF DEN HUNDEFRISEUR

Ein Friseurbesuch bedeutet für viele Hunde zunächst einmal Stress. Neue Umgebung, neue Geräusche, fremde Menschen und stillstehen müssen – all das ist für einen Hund ungewohnt.

Ganz stressfrei wird ein Friseurtermin für einen Hund deshalb nie sein. Aber wir können einiges tun, damit der Besuch zumindest deutlich angenehmer wird.

Berührungen üben
Gewöhne deinen Hund zuhause daran, überall angefasst zu werden:
Pfoten halten, Ohren anschauen, über Bauch und Beine streichen.

Bürsten regelmäßig üben
Lieber öfter kurz bürsten als selten lange. Positive Verstärkung hilft:

– loben Leckerli geben
– kurze Einheiten

Geräusche kennenlernen
Viele Hunde erschrecken sich beim ersten Friseurtermin vor Geräuschen wie Föhn oder Schermaschine. Zuhause kann man solche Geräusche langsam üben.

Den Salon vorher kennenlernen
Gerade unsichere Hunde profitieren davon, wenn sie den Salon auch ohne Termin kennenlernen.

Einfach kurz vorbeikommen:
schnuppern lassen, ein Leckerli bekommen wieder gehen.
So wird der Ort mit positiven Erfahrungen verbunden.

Besonders bei ängstlichen Hunden
Manchmal hilft es sogar, den Hund mehrmals einfach kurz mit in den Laden zu nehmen – ganz ohne Behandlung. Der Hund merkt so: Hier passiert nichts Schlimmes.

UNSERE ERFAHRUNGEN MIT FUCHUR

Auch wir haben selbst einen Hund, der am Anfang sehr unsicher war. Unser Rüde Fuchur wird getrimmt und war bei vielen Dingen zunächst sehr vorsichtig. Was bei ihm am meisten geholfen hat, war Routine und Wiederholung.

Wir haben viele Dinge immer wieder ruhig mit ihm geübt:

– auf dem Tisch stehen
– Bürsten
– Pfoten anfassen
– Geräusche kennenlernen

Am Anfang waren die Einheiten sehr kurz und wir haben viel gelobt. Je öfter wir Dinge wiederholt haben, desto normaler wurden sie für ihn.

Heute sind viele Situationen, die früher Stress gemacht haben, für Fuchur selbstverständlicher.

Unsere Erfahrung zeigt: Mit Geduld, Ruhe und Wiederholung kann man einem Hund viel Sicherheit geben.

SCHLUSSWORT

Fellpflege muss kein kompliziertes Thema sein. Wenn man den Felltyp seines Hundes versteht und regelmäßig ein wenig Zeit investiert, lässt sich vieles schon zuhause gut pflegen.

Und wenn du unsicher bist – ein guter Hundefriseur hilft immer gerne weiter. Dein Hund wird es dir danken.


Noch Fragen?

Wenn du dir bei der Fellpflege unsicher bist oder einfach mal eine zweite Meinung brauchst, sprich uns gerne an.

Im Alltag im Salon merken wir immer wieder: Manchmal hilft schon ein kurzer Blick auf das Fell oder ein kleiner Tipp, damit sich ein Problem gar nicht erst entwickelt.

Du kannst jederzeit gerne bei uns im Hundesalon vorbeischauen, anrufen oder uns schreiben. Wir helfen dir gerne weiter – ganz unkompliziert.

Denn am Ende wollen wir alle das Gleiche: einen Hund, der sich wohlfühlt, gesundes Fell hat und die Fellpflege nicht als Stress, sondern als ganz normalen Teil seines Alltags erlebt.

Und wenn dein Hund – so wie unser Fuchur am Anfang – vielleicht etwas unsicher ist, dann nehmen wir uns auch dafür gerne Zeit. Mit Geduld, Ruhe und kleinen Schritten bekommt man vieles gemeinsam hin.

Wir freuen uns immer, wenn wir Hund und Mensch ein Stück auf diesem Weg begleiten dürfen.

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